Brolio, Bedeutung



Des Öfteren wird uns folgende Frage gestelt: was bedeutet eigentlich “Brolio”? Und zufällig war genau das kürzlich Gegenstand von Fragen in einer abendlichen Quizshow der Rai (öffentlich – rechtliche Rundfunkanstalt Italiens). Das hat uns angeregt auch hier, in unserem Magazine darüber zu schreiben.

Ausgerechnet in dem Quiz wurde Castello di Brolio in der Auflösung erwähnt und die wir daraufhin auch recherchierten. Tatsächlich finden wir diese, in der bereits genannten Sendung gehörten Worte, im Wörterbuch der italienischen Sprache von Treccani wie Sie hier nachlesen können:

bròlo ( und bròilo) s. m. [lat. Mittelalterlich brolius (oder broilum) und brolium, spätlatenisch broglius, aus dem Keltischen]. – 1. Im Altertum in ganz Norditalien und auch in der Toskana verbreitetes Wort das Gemüse-, Obstgarten bedeutete, meist von Mauer oder Hecke umgeben: brolo, auf lombardisch, ist  Nutzgarten für Gemüse (Buti); heute nur noch in Dialekten der Poebene und des Veneto (vgl. venezianisch brolo, Obstgarten neben dem Haus). Ausserdem in verschiedenen Ortsnamen erhalten geblieben: Brolo Gemeinde in Nonio (Novara), Broglio Gemeinde in Cossato  (Vercelli), Castello di Brolio im Chianti, Brolio Gemeinde Castiglion Fiorentino, Brollo Gemeinde Figline di Valdarno, etc. 2.bildlich aus der Dichtung, altmodisch Krone, Kranz: die Lilien um den Kopf bildeten keine brolo (Dante);  Schönheit der Blumen auf dem Haupt bilden brolo (Poliziano).

Für die, die es nicht wissen – auch wenn wir mit gutem Grund überzeugt sind dass das fast unmöglich ist – Treccani blickt auf  eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück, Die Institution der Italienischen Enzyklopädie entstand in Rom am 18. Februar 1925, als Einrichtung Giovanni Treccani zur Veröfentlichung der Italienischen Enzyklpädie und des Biographischen Wörterbuchs der Italiener, auf Initiative des Textilindustriellen und Reichsenators Giovanni Treccani degli Alfieri (1877 – 1961), der bis zum Jahr 1933 der Einrichtung vorstand und des Philosophen Giovanni Gentile (1875 – 1944).

Es ist erfreulich von einer so angesehenen Quelle zitiert zu werden. Ab jetzt können wir bei diesbezüglichen Anfragen auf Treccani verweisen, mit einem Lächeln und auch, warum nicht, mit ein wenig Stolz.