Heute schlagen wir das Geschichtsbuch auf



Wie bereits in der vierten Folge vom 18. Juli versprochen gibt es heute endlich den letzten Teil der alten Geschichte von Brolio. Die treuen Leser werden sich an die vorherigen Episoden der Erzählung erinnern die am 10. Januar begann, gefolgt von den Fortsetzungen vom 14.Februar, 25.April und der bereits erwähnten Fortsetzung vom 18.Juli in der wir Andeutungen über den Baron Bettino Ricasoli machten.

Der Name Bettino Ricasoli (geb.1809 – gest.1880) ist mit der Geschichte des Italienischen Risorgimento verbunden als einer der Hauptverantwortlichen für die Einheit Italiens. Nach der Ausreise der Lorena (27.April 1859) war er Innenminister der Übergangsregierung der Toskana und wurde ”Diktator” der Toskana nach dem verhängnisvollen Frieden von Villafranca dessen verheerende Folgen die in der Toskana begonnenen Bemühungen zur Verwirklichung der Einheit des Vaterlandes bedrohten. Mit unerschütterlichem Glauben und unbändiger Energie leitete der ”Eiserne Baron” – wie er genannt wurde – die Res Publica, veranlasste das Toskanische Parlament die Dynastie der Lorena (Habsburger – Lothringer) als unwiderruflich gefallen zu erklären und führte die Toskana im März 1860 zur Volksabstimmung die den Zusammenschluss mit Piemont besiegelte.

Nachfolger des Grafen Cavour als Ministerpräsident 1861 – 62 des gerade erst verkündeten Königsreichs von Italien wurde er 1866 nochmals beauftragt der Regierung vorzusitzen.

Ein strenger und zurückhaltender Charakter dem die Politik gemeinhin fremd war, zutiefst im Pflichtbewusstsein gefestigt und von seinem Gewissen geleitet, verabscheute er die oberflächlichen Tumulte der Mengen und die eigennützigen Lobhudeleien. Kaum war er von den Regierungsgeschäften abkömmlich stärkte er seine körperlichen und seelischen Kräfte auf dem Land und bei den bescheidenen Bauern die er zutiefst liebte und um die er sich stets bemühte um sie mit der Verbesserung des Ackerbaus körperlich zu entlasten.Aber er kümmerte sich auch um die geistige und sittliche Entwicklung.

Er erklärte die toskanische Landwirtschaft zum ”Apostolat” der ”Herzens – und Kopfsache” und die Aufgabe des Gutsherren zu der eines ”Missionärs”.

Das politische und bürgerliche Werk von Bettino Ricasoli ist in seiner ”Vita” festgeschrieben, verfasst von Aurelio Gotti und 1894 veröffentlicht, von mehreren neueren Biographien und von den ”Carteggi di Bettino Ricasoli” (Briefwechsel von Bettino Ricasoli), veröffentlicht vom Istituto Storico Italiano per l’Età Moderna e Contemporanea (Enrichtung für Italienische Geschichte der Neuzeit) in Rom (29 Bände).

Er ruht in der Gruft der Kapelle des Schlosses von Brolio, nachdem er zuerst in der Basilika von Santa Croce in Florenz beigesetzt worden war.

 Die in fünf Folgen aufgeteilte Erzählung der sogennanten Alten Zeit schliesst mit diesem letzten Kapitel. Was dagegen die zeitgenösische Geschichte betrifft erwarten wir Sie wie üblich jeden Donnerstag auf diesen Seiten von unserem Brolio Magazine.